Honterusfest
Das traditionelle Treffen der Burzenländer

Johannes Honterus Lyzeum

Die Geschichte des Johannes Honterus Lyzeums reicht bis in das Jahr 1235 zurück und wurde urkundlich das erste Mal als „claustrum sororum in Corona“ (Schwesternkloster in Kronstadt) erwähnt, dessen Gebäude an der Stelle des heutigen B-Gebäudes stand.

Der Humanist und Reformator Johannes Honterus (1498-1549), der sich nach seiner Rückkehr nach Kronstadt 1533 der Umgestaltung des Schulwesens verschrieb, gründete 1541 das gleichnamige Lyzeum als „Studium Coronese“. Durch die Umwandlung des Katharinen-Klosters in einen öffentlichen Hörsaal und eine Schule für kleine Kinder, entstand so das erste humanistische Gymnasium Südeuropas.

Johannes Honterus gewidmet ist auch das allseits bekannte Denkmal an der Südseite der Schwarzen Kirche, welches den Reformator mit erhobener rechten Hand auf die Schule zeigend, in der Linken ein aufgeschlagenes Buch mit der Inschrift „Reformationsbüchlein“ haltend, darstellt. Es ist ein Werk des Berliner Bildhauers Harro Magnussen, welches zur 400-jährigen Johannes Honterus Gedenkfeier 1898 enthüllt wurde.

Die Schule, die bis 1948 schulgeldpflichtig war, hatte einen guten Ruf und galt als eine Eliteschule.

Bis 1940 gehörte sie unter die Trägerschaft der evangelischen Landeskirche. Adolf Meschendörfer war der 93te Rektor der Schule und sogleich der letzte unter dieser Trägerschaft.

Im zweiten Weltkrieg wurde aufgrund der politischen Situation die Schulpolitik verändert. Nach dem zweiten Weltkrieg bekam die Schule die Genehmigung, als deutsche Minderheitenschule weitergeführt werden zu können. 1946 wurde die Trägerschaft an die Landeskirche übergeben.

Die im Oktober 1948 erlassene neue Schulreform trennte Schulen wieder von der Kirche, löste das deutsche Schulgesetz auf, schaffte das Schulgeld ab und verabschiedete eine bessere Versorgung und höhere Gehälter für die Lehrerschaft.

Im Zuge dieser Änderungen verlor das Honterus-Gymnasium seinen Namen und hieß bis 1956 „Lyzeum Nr.2 mit deutscher Unterrichtssprache“. Der Gymnasiumsbetrieb wurde nun im Gebäude des Saguna-Lyzeums fortgesetzt. Einstweilen fungierten das B-Gebäude des alten Honterus-Gymnasiums als Eisenbahnerschule und das A-Gebäude als Elementarschule Nr. 23, später Nr. 4.

Erst 1956 konnten die Schüler wieder in das B-Gebäude gegenüber der Schwarzen Kirche ziehen. In dem Zuge erhielt die Schule ihren amtlichen Namen „Honterus-Gymnasium“ wieder. Einzelne Klassen verblieben allerdings im Saguna-Lyzeum.

1971 wurde das allgemeinbildende Lyzeum „Johannes Honterus“ neu gegründet und in den Gebäuden A, B und C untergebracht.

Mittlerweile wurden alle Gebäude renoviert und erstrahlen nun in neuem Glanz.

Heute besuchen ca. 1200 Schüler das Lyzeum, die von rund 80 Lehrkräften betreut werden. Die Schule beherbergt alle Jahrgangsstufen, von der ersten bis zu der 12-ten Klasse und schließt mit der Hochschulreife, dem „Bac“ (Baccalauréat) ab. Der Unterricht wird fast ausschließlich in deutscher Sprache abgehalten.

Der Vorteil Deutsch als zusätzliche Fremdsprache zu Englisch, Französisch und Latein zu erlernen, wird von den überwiegend rumänischen Schülern sehr geschätzt.